Wirtschaft

Chinas Industriegewinne: Das Wachstum verlangsamt sich, die Gewinne steigen weiter

Chinas Fabriken verdienen weiterhin mehr als vor einem Jahr, doch das Wachstum lässt nach. Die Zahlen zeigen, warum Anleger einzelne Unternehmen statt nur den Landesdurchschnitt betrachten sollten.

Von The Strategic Newb Editorial Team
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Eine Miniaturfabrik neben einem Mikrochip, Kartons und drei Münzstapeln.
KI-generierte redaktionelle Illustration; kein Foto einer tatsächlichen Fabrik.
Mit der OpenAI-Bildgenerierung für The Strategic Newb erstellt

Chinas Industrieunternehmen melden weiterhin höhere Gewinne als vor einem Jahr, allerdings mit geringerem Wachstum. Laut der Veröffentlichung des Statistikamts vom 28. September stiegen die Gewinne von Januar bis August um 15,7 %. Für Einsteiger ist der Unterschied wichtig: Langsameres Wachstum bedeutet nicht sinkende Gewinne. Quelle

Drei Kernpunkte

Erst den Vergleich verstehen, dann die Schlussfolgerung

Reuters zufolge stiegen die Gewinne im August gegenüber dem Vorjahr um 4,2 %, nach 11,2 % im Juli. Der Anstieg über acht Monate von 15,7 % steht einem Plus von 17,6 % von Januar bis Juli gegenüber. Erfasst werden Industrieunternehmen mit einem jährlichen Umsatz aus dem Hauptgeschäft von mindestens 20 Millionen Yuan. Quelle

Hier werden unterschiedliche Zeiträume verglichen. Die Monatszahl vergleicht August mit August des Vorjahres; sie besagt nicht, dass die Gewinne zwischen Juli und August gefallen sind. Die kumulierte Zahl umfasst acht Monate. Keine der beiden Kennzahlen beschreibt jede einzelne Fabrik oder prognostiziert den nächsten Börsentag.

Warum mehr Umsatz nicht immer mehr Gewinn bringt

Das Folgende ist eine wirtschaftliche Erklärung, keine Aussage über ein bestimmtes Unternehmen. Umsatz sind die Erlöse aus Verkäufen. Gewinn ist das, was nach den entsprechenden Kosten übrig bleibt. Akzeptieren Kunden keine höheren Preise, muss eine Fabrik womöglich Rabatte gewähren, um Aufträge zu erhalten. Zusätzliche Verkäufe können dann weniger Gewinn bringen als erwartet.

Manche Kosten lassen sich kurzfristig nur schwer senken. Gebäude, Maschinen und Teile der Belegschaft müssen auch bei schwächeren Aufträgen finanziert werden. Deshalb ist die Kapazitätsauslastung wichtig: Wie viel der verfügbaren Produktionskapazität wird tatsächlich genutzt? Eine ausgelastete Fabrik mit guten Verkaufspreisen steht finanziell anders da als eine Fabrik, die um Aufträge kämpft, um ihre Anlagen am Laufen zu halten.

Ein Land, viele unterschiedliche Konjunkturverläufe

Die Gesamtgewinnzahl kann Anlass sein, genauer hinzusehen, ersetzt aber keine Unternehmensanalyse. Ein Hersteller spezieller Bauteile und ein Produzent alltäglicher Konsumgüter können unterschiedliche Kunden, Verträge und Wettbewerber haben. Wer alle Unternehmen mit China-Bezug als eine einzige Anlage betrachtet, ignoriert diese Unterschiede.

Für ausländische Zulieferer zählt, ob chinesische Kunden weiterhin rentable Aufträge erteilen und pünktlich zahlen. Für konkurrierende Hersteller anderswo stellt sich die Frage nach Veränderungen im Preiswettbewerb. Das sind mögliche Übertragungswege, keine durch diese Statistik belegten Folgen. Das Risiko hängt von den tatsächlichen Geschäftsbeziehungen ab, nicht allein vom Börsenplatz einer Aktie.

Worauf es als Nächstes ankommt

Achten Sie darauf, ob das Wachstum breiter getragen wird, statt sich auf eine einzige Schlagzeilenzahl zu verlassen. Vergleichen Sie in Geschäftsberichten das Umsatzwachstum mit der operativen Marge, also dem Umsatzanteil nach Abzug der Betriebskosten. Prüfen Sie anschließend den Cashflow: Ein buchhalterischer Gewinn ist weniger beruhigend, wenn Kunden später zahlen und Geld in offenen Rechnungen oder unverkauften Waren gebunden ist.

Für neue Anleger ist diese Veröffentlichung ein Anlass für bessere Fragen, kein Kauf- oder Verkaufssignal. Ein Unternehmen kann in einer schwächeren Wirtschaft wachsen, und ein wachsendes Unternehmen kann dennoch teuer bewertet sein. Trennen Sie die Entwicklung der Wirtschaft, die Qualität des Unternehmens und den Preis seiner Aktien.

Quellen

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